Lange Geschichte, kurz erzählt. Als mäßiger Sportler habe ich mir in den Kopf gesetzt an der Challenge Roth 2019 teilzunehmen. Insgesamt wird das nach zwei Sprint / Jedermann - Distanzen und einer olympischen Kurzdistanz-Teilnahme mein vierter Triathlon sein und meine erste Langdistanz. Dazu kommt noch eine Teilnahme als Teil einer Staffel als Schwimmer auf der olympischen Kurzdistanz. Die Triathlon-Teilnahmen liegen allerdings auch knapp 4 Jahre zurück, wenn man die Staffelteilnahme außen vor lässt, die 2017 war.

Emotionen, Höhen und Tiefen, alles wird wohl dabei sein. Für mich zählt dabei Antreten, durchs Ziel kommen und das in einer halbwegs passablen Zeit.

Aber der Reihe nach.

Wer bin ich?

Johannes - Informatiker - arbeitet als HMI Entwicklungsingenieur für ein Ingenieursbüro der Automobilbranche - 34. Lange Tage sind nicht ungewohnt, aber es gibt auch die ruhigeren Phasen.

Mein sportlicher Hintergrund

Ein Volkslauf von 5,5 km jedes Jahr, ab und an mal kleine Strecken laufen, etwas in der Rhön mit dem Mountainbike fahren, das beschreibt in etwa das, was ich an sportlicher Leistung aktuell erbringe. In der Jugend war das hauptsächlich Schwimmen und Wasserball spielen, aber das spielt derzeitig keine wesentlich erwähnenswerte Rolle mehr. Als Couchpotatoe bezeichne ich damit nun nicht, aber auch nicht als den Ausdauersportler, Sport soll Spaß machen.

Das konkrete Ziel

Die Challenge in Roth 2019 habe ich mir in den Kopf gesetzt mitmachen zu wollen. Aber warum genau Roth? Einfache Antwort: Wegen der Stimmung und des Rufes, der dem Rennen voraus eilt. Wenn ich eine solche Instanz jemals absolviere (und genau das will ich ja tun) werde ich das (Stand Juli 2018, ein Jahr davor) vermutlich genau einmal im Leben tun und was liegt da näher als dann auch das größte europäische Triathlon Event dafür auszuwählen.

Das erste Mal habe ich übrigens auf der Autobahn A9 auf der Fahrt Richtung München von der Tragweite des Rennens bzw. überhaupt davon erfahren, als ich eins der typischen braunen Schilder mit Hinweisen auf Sehenswürdigkeiten an der nächsten Abfahrt an der Autobahn stehen sah. "Triathlonregion Rothsee" sagt das Schild nur lapidar und damals habe ich für mich nur vermerkt, dass es dort vermutlich einen Triathlon geben wird, aber weder welche Längen dort absolviert werden, noch dass ich jemals dort an den Start gehen würde. Aber wenn es ein Schild an der Autobahn gibt, das auf eine ganze Region als Triathlon Gebiet hinweist, wird es wohl nicht gerade die kleine Volksdistanz sein, die in einem Dorf im Emsland durchgeführt wird, bei dem das halbe Dorf daran teilnimmt, sondern diese Veranstaltung musste größer sein, was sie ja mit knapp 3000 und mehr Teilnehmern aus aller Welt auf der Ironman Distanz zweifelsohne ist.

Die Zeit

Wenn ich sagen würde, die Zeit ist mir nicht so wichtig, dann wäre das schlicht falsch; erst dachte ich daran die 3,8 km Schwimmen, 180 km Rad fahren und 42,2 km Laufen in 11 Stunden zu absolvieren, nachdem ich dann aber von einem Bekannten eines Freundes gehört habe, der regelmäßiger Triathlon betreibt, der die Ironman Distanz (quasi die slebe Strecke) 2018 in Frankfurt in dieser Zeit absolviert hat, habe ich meine Zeitvorgabe auf hoffentlich realistischere 13 Stunden korrigiert. Nach 15 Stunden existiert eine maximale Endzeit, die ich nicht erreichen möchte.

Und warum mache ich das Ganze?

Wenn ich das nur mal selber wissen würde. Ich habe die Woche vor der Öffnung der Online Anmeldung und die zwei Wochen danach für mich überlegt, warum ich das machen würde. Eine eindeutige Antwort gibt es eigentlich nicht, nur dass ich mir scheinbar selber etwas beweisen möchte und sehen will, ob ich das wirklich schaffe. Eine andere Option gibt es nicht als es zu schaffen.

In den vergangenen 10 Jahren habe ich mir pro Jahr immer so etwas wie eine "sportliche Herausforderung" pro Jahr gesucht; mal war es die Teilnahme an einem Halbmarathon, mal ein Tauchschein, aber so intensiv wie die Königsklasse im Triathlon, die Langdistanz war das noch nie.

Als Mitte 2017 ein Freund mit der Idee aufkam in Frankfurt am Ironman 2018 teilzunehmen, habe ich das etwas belächelt, aber es hat auch scheinbar in mir etwas losgetreten. Ich habe scherzhaft darüber nachgedacht ihn unterstützen zu wollen und habe gewitzelt mich auch anmelden zu wollen, ohne das allerdings zu ernst zu meinen. Zumindest habe ich mich mit dem Gedanken beschäftigt. Als er sich dann angemeldet hatte dachte ich darüber nach wie ich mögliche Trainignseinheiten mit ihm zusammen absolvieren könnte, um ihn zu motivieren. Das hat allerdings nicht ganz so gut geklappt, wenn man davon absieht, dass ich mit ihm spontan als Ersatzmann beim Achenseelauf an den Start gegangen bin, wobei man das nach 5 km nur noch schwerlich laufen nennen konnte; einen quasi Halbmarathon (ca. 23 km) mit einer Steigung von 150 - 200 Höhenmetern auf einer Distanz von knapp 2 km bestreiten zu wollen, wenn man im Jahr vorher erst 4 oder 5 Mal laufen war, war nicht die beste Idee, aber das Glücksgefühl nach doch kanpp 3 Stunden um Ziel zu sein, war dennoch toll.

Auf Facebook hatte ich kurz vorher von der Gerolsteiner Fitness Challenge erfahren und einem Gewinnspiel, wo man eine Leistungsdiagnostik gewinnen konnte, wo ich den Freund darauf hinwies, letztendlich aber selber gewonnen hatte und ich im Rahmen dieser meine Leistungsfähigkeit erstmalig selber kennen gelernt habe.

Meine Wenigkeit bei der Leistungsdiagnostik an der Sporthochschule in Köln
Ich auf einem Ergometer der Deutschen Sporthochschule Köln im Rahmen der Leistungsdiagnostik

Vorgespult auf den 1. Juli 2018; Nürnberg, Stadtstrand. Mit einem anderen Freund saß ich gemütlich im Sand als er spaßeshalber erwähnte, dass es der Tag des Rothsee Triathlons wäre; er wusste, dass der andere Freund in Frankfurt starten wollte und dachte dieses Ereignis würde mich interessieren, was es tat. Letztendlich hat dieses Gespräch ein erneutes Grübeln ausgelöst und durch eine scherzhafte Aussage seinerseits fing es erneut an zu rattern. Da ich mittlerweile wusste, dass der Freund mit der Ironman Teilnahme diese auf 2019 verschoben hatte, dachte ich erneut darüber nach, dass ich ihn vlt. beim Training begleiten könnte und habe für mich innerhalb einer Woche bis zur Anmeldung das Für und Wider einer eigenen Teilnahme auf einer solchen Distanz abzuwägen.

Als ich den darauffolgenden Mittwoch mit einer Freundin eine kleine Strecke laufen war, um zumindest die Motivation über eine Teilnahme an einer solchen Veranstaltung nachzudenken in Motivation mehr Ausdauersport umzuwandelt, stellte ich im Gespräch beim Laufen fest, dass ich bereits Sätze der Kategorie "Wenn ich dann angemeldet bin [...]" oder "Ich muss dann [...]" sagte und somit feststellen musste, dass die Entscheidung scheinbar unterbewusst gefallen war. Letztendlich war das vermutlich der endgültige Auslöser mich dieser eigenen Herausforderung zu stellen und mich anzumelden.